Der richtige Rohrdurchmesser ist entscheidend dafür, dass Abwasser zügig und ohne Probleme abfließt. Zu enge Rohre führen zu häufigen Verstopfungen, zu weite kosten unnötig Platz und Geld. In Deutschland - und damit auch in Kassel - gelten für Abwasserrohre genormte Maße.
Übliche Nennweiten für Abwasserrohre
Abwasserrohre werden in sogenannten Nennweiten (DN, von französisch 'diamètre nominal') angegeben. Die wichtigsten im Hausbereich sind:
- DN 40 (ca. 40 mm Innendurchmesser): Waschbecken, Badewanne, Dusche, Bidet - Einzelabläufe
- DN 50 (ca. 50 mm): Waschmaschine, Geschirrspüler, Küchenaabläufe
- DN 70 (ca. 70 mm): Übergangsstücke, bestimmte Sammelleitungen
- DN 100 (ca. 100 mm): WC-Anschluss, Hauptleitungen innerhalb des Gebäudes
- DN 150 und größer: Grundleitungen, Anschlüsse an den öffentlichen Kanal
Warum der Durchmesser wichtig ist
In älteren Kasseler Gebäuden, besonders in der Nordstadt oder der Unterneustadt, sind gelegentlich Rohre mit veralteten Maßen verbaut. Beim Austausch oder bei Sanierungen muss auf kompatible Übergangsstücke geachtet werden. Falsch dimensionierte Anschlüsse führen zu Undichtigkeiten oder Rückstau.
Welche Norm gilt?
In Deutschland gelten die Normen DIN EN 1329 (für PVC-U-Rohre im Gebäude) und DIN 1986 für Grundstücksentwässerungsanlagen. Die Mindestabmessungen hängen von der Anzahl der angeschlossenen Einrichtungen und der Rohrlänge ab.
Häufige Fragen
Darf ich Abwasserrohre selbst verlegen?
Reparaturen und kleinere Austauscharbeiten im eigenen Haus sind grundsätzlich erlaubt, wenn keine Eingriffe in die öffentliche Kanalisation vorgenommen werden. Für Anschlüsse ans öffentliche Netz ist ein zugelassenes Fachunternehmen vorgeschrieben.
Welches Material wird für Abwasserrohre heute verwendet?
Heute werden vor allem PVC-U-Rohre (grau, für Abwasser) und PP-Rohre (Polypropylen, für höhere Temperaturen) eingesetzt. In älteren Gebäuden findet man auch noch Gusseisenrohre oder Steinzeugrohre, die oft noch lange halten, aber aufwendiger zu bearbeiten sind.
Was muss ich beim Anschluss an die Kanalisation in Kassel beachten?
Für den Anschluss ans Kasseler Kanalnetz ist die Kasseler Stadtentwässerung (KSE) zuständig. Eine Genehmigung und ein zertifiziertes Fachunternehmen sind Voraussetzung. Eigenmächtige Eingriffe können kostenpflichtig rückgängig gemacht werden müssen.